
2024 ist das Jahr der Heimturniere in Deutschland. Im Januar geht es direkt mit der Handball-Europameisterschaft los. Ausgerichtet wird diese von der Europäischen Handballföderation (EHF). Am 10. Januar wird die EM eröffnet, am 28. Januar steigt das Finale. Alle Infos zu dem Turnier in Deutschland.
Wo findet das Eröffnungsspiel statt?
Das Turnier wurde am Mittwoch, 10. Januar, mit den ersten Spielen der Gruppe A in Düsseldorf eröffnet. Deutschland spielte um 20.45 Uhr das offizielle Eröffnungsspiel gegen die Schweiz und gewann 27:14. Bereits um 18 Uhr trafen an gleicher Stelle Frankreich und Nordmazedonien aufeinander. Frankreich siegte 39:29.
53.000 Tickets wurden für das Spektakel in der der großen Arena verkauft. Damit wurde das Spiel ein neuer Zuschauer-Weltrekord im Handball.
Wann finden die weiteren Spiele der EM statt?
Weiter geht es für die deutsche Gruppe dann am 14. Januar in Berlin.
Die Hauptrunde startet am 17. Januar und geht bis zum 24. Januar. Danach folgen die Halbfinalspiele sowie die Spiele um die weiteren Platzierungen. Das Finale steigt am 28. Januar.
Den gesamten Spielplan finden Sie hier.
Wo finden die Spiele der EM statt?
Es gibt sechs Spielorte in Deutschland. Eröffnungsfeier und Eröffnungsspiel finden in Düsseldorf in der Merkur-Spiel-Arena statt. Zudem wird in Mannheim in der SAP-Arena, in der Olympiahalle in München, in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin, der Barclays-Arena in Hamburg und der Lanxess-Arena in Köln gespielt.
Gruppe A spielt in Düsseldorf und Berlin, Gruppe B und E in Mannheim, Gruppe C und F in München, Gruppe D in Berlin.
In Köln finden die Hauptrundenspiele der Gruppe I statt. Gruppe II spielt in Hamburg. Die Finalrunde wird ausschließlich in Köln gespielt, wo bereits 2007 das WM-Finale stattfand.
Wie beeinflusst der Bahnstreik die Handball-EM?
Die Gewerkschaft der Deutschen Lokführer hat für Mittwoch, 10. Januar bis Freitag einen Streik angekündigt. Am Mittwoch startet auch die EM mit dem Spiel in Düsseldorf. Der Bahnverkehr wird stark eingeschränkt sein. Der Deutsche Handballbund (DHB) und die Europäische Handballföderation (EHF) haben mit der Deutschen Bahn als Mobilitätspartner der EM einen Sonderfahrplan vereinbart. Unter anderem werden längere Züge fahren. Die Zugbindung der Fan-Tickets wird aufgehoben. Dennoch wird es zu Störungen und längeren Anfahrten kommen. Auch für die Teams.
Wer gehört zum Kader der deutschen Nationalmannschaft?
Bundestrainer Alfred Gislason hat 19 Handballer in seinen EM-Kader berufen. Mit Martin Hanne vom TSV Hannover Burgdorf ist ein Spieler dabei, der sein Debüt im Nationalteam feiert. „Martin beobachte ich schon sehr lange. Er ist sehr gut im Spiel Mann gegen Mann und hat sich schon in Hannover durchgesetzt. Daher hat er es verdient, dabei zu sein“, sagte Gislason.
Zudem gehören vier Spieler dem Team an, die im Sommer mit der U21 Weltmeister wurden. Aus dem Europameister-Team von 2016 sind Torwart Andreas Wolff, Linksaußen Rune Dahmke, Linkshänder Kai Häfner und Kreisläufer Jannik Kohlbacher dabei. Der jüngste Spieler ist mit 20 Jahren Justus Fischer. Der älteste, Patrick Groetzki, fällt nach einer Verletzung aus dem Testspiel gegen Portugal, allerdings für die EM aus.
Warum nutzt der Bundestrainer nicht alle 20 möglichen Kaderplätze für die EM?
Alfred Gislason nimmt 19 statt die maximal erlaubten 20 Spieler mit zur Europameisterschaft und erklärt das auch mit der Dynamik im Team. Bis zum 9. Januar muss der Kader endgültig angegeben werden. Für jedes EM-Spiel dürfen daraus 16 Spieler benannt werden. Bis eine Stunde vor Anwurf müssen diese feststehen. Es kommen also nicht alle zum Einsatz. Oft kristallisiert sich schnell ein fester 16er-Kader heraus. Ein größerer Kader würde mehr Unruhe bringen, argumentiert Gislason. „Das jetzt ist eine gute Größe, damit allen klar ist, welche Aufgabe sie haben“, sagte der Bundestrainer.
Zudem könnte zum Beispiel ein Torhüter schnell im Turnierverlauf ins Team integriert werden. Denn die Teams dürfen in den drei Turnierphasen Vorrunde, Hauptrunde und Finalrunde jeweils zwei Spieler aus dem erweiterten 35er-Kader nachnominieren. Dafür müssen dann andere Akteure aussortiert werden.
Auch andere Nationen haben teils deutlich weniger als die erlaubten 20 Spieler nominiert.
Wie viele und welche Teams nehmen an dem Turnier teil?
24 Nationen nehmen an der EM teil. Sie spielen in sechs Vorrundengruppen mit je vier Teams. Insgesamt stehen 65 Partien bei dem Turnier an. Neben Gastgeber Deutschland spielen unter anderem Frankreich, Weltmeister Dänemark, Europameister Schweden, Spanien, Island, Norwegen und Kroatien bei der EM.
Wer spielt in welcher EM-Gruppe?
Nach welchem Modus wird bei der EM gespielt?
Die 24 Teams werden zunächst eine Vorrunde in sechs Vierergruppen spielen. Jedes Team spielt einmal gegen jedes andere Team aus der Gruppe. Die Ersten und Zweiten der Abschlusstabelle kommen jeweils weiter in die Hauptrunde und nehmen ihre Punkte aus der Vorrunde mit.
Die beiden besten aus den zwei Sechsergruppen der Hauptrunde spielen über Kreuz in den Halbfinals, die Gewinner kommen ins Finale. Die beiden Drittplatzierten der Hauptrunde spielen dann noch um die Plätze fünf und sechs, die Verlierer der Halbfinals um die Plätze drei und vier.
Wenn es in den Gruppenrunden eine Punktgleichheit bei den Mannschaften gibt, gilt folgendes Prozedere für die Ermittlung der Platzierung:
Wer sind die Favoriten bei der EM?
Weltmeister Dänemark ist bei der Europameisterschaft wieder mit einem starken Team vertreten und gehört zu den Favoriten. Das Gleiche gilt für Titelverteidiger Schweden und Vizeeuropameister Spanien. Norwegen zählt ebenfalls schon traditionell zu den Titelanwärtern und will dieser Rolle diesmal gerecht werden.
Auch das Team aus Frankreich, das Zweiter bei der WM 2022 wurde, hat gute Chancen auf den EM-Titel und ist für Gastgeber Deutschland gleich ein guter Maßstab in der Vorrunde. Deutschland könnte vom Heimvorteil profitieren und hofft auf einen Effekt wie bei der Heim-WM 2007, als die DHB-Auswahl am Ende in Köln Weltmeister wurde.
Wie stehen die Chancen der deutschen Mannschaft?
Bundestrainer Alfred Gislason hatte mit vielen Verletzungen im Kader zu kämpfen. Stammtorhüter Andreas Wolff war lange verletzt, ebenso Patrick Groetzki. Kreisläufer und Abwehrmonster Hendrik Pekeler hatte im Vorfeld angekündigt, für die EM nicht zur Verfügung zu stehen. Sebastian Firnhaber riss sich kurz vor dem Turnier das Kreuzband. „Viele Spieler kommen von teils langen Verletzungen zurück, aber ich bin überzeugt, dass wir das bestmögliche Team zusammengestellt haben und bin zuversichtlich, dass wir eine gute EM spielen“, sagte der Bundestrainer.
Ein Ziel für die Heim-EM gaben er und Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes, nicht vor. „Mein Ziel ist es, das erste Spiel zu gewinnen“, sagte Gislason. Und Kromer fügte an, es mache wenig Sinn als Verband Ziele vorzugeben. „Jeder Nationalspieler will jedes Spiel gewinnen“, sagte er.
DHB-Präsident Andreas Michelmann hat derweil das Erreichen der Finalrunde als Marschroute für die deutschen Handballer bei der Heim-EM ausgegeben. „Das Ziel Halbfinale steht fest, da brauchen wir nicht drumherum reden“, sagte er.
In der Vorrunde wird Frankreich wohl der schwerste Brocken sein. Daneben sind die Schweiz und Nordmazedonien Deutschlands Gegner in der Vorrunde.
Wie sah die EM-Vorbereitung des deutschen Teams aus?
Für die Weihnachtstage bekamen die Nationalspieler Heimaufgaben vom Bundestrainer, um sich auf die EM vorzubereiten. Am 27. Dezember startete die Mannschaft dann in einen Kurzlehrgang in Frankfurt.
Danach gab es eine kurze Pause, bevor es an Neujahr in Brunsbüttel mit der intensiven EM-Vorbereitung losging. Am Donnerstag, 4. Januar um 16 Uhr, traf das deutsche Team in Flensburg auf Portugal (34:33). Zwei Tage später stand um 18 Uhr ein weiterer Test gegen die Portugiesen in Kiel an (35:31). Danach ging es nach Düsseldorf.
Wer überträgt die Handball-EM 2024 im TV und Livestream?
Die Übertragungsrechte für die Handball-EM 2024 haben die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Die Sender werden die deutschen Spiele im Fernsehen übertragen. Zudem einige weitere Partien.
Der kostenpflichtige Anbieter Dyn hat eine Sub-Lizenz von ARD und ZDF erworben und zeigt für seine Abonnenten alle Spiele der EM live und auf Abruf. 31 Spiele sollen exklusiv nur bei Dyn gezeigt werden. Außerdem kündigt das Portal EHFTV der europäischen Handball-Föderation (EHF) an, alle Spiele zu übertragen. Dafür ist eine Registrierung beim Portal erforderlich.
Kann sich Deutschland über den EM für Olympia 2024 in Paris qualifizieren?
Nur als Europameister wäre die DHB-Auswahl direkt für Olympia qualifiziert. Sonst hat Deutschland bereits das Ticket an einem der drei Olympia-Qualifikationsturniere sicher. Dazu berichtigt der fünfte Platz bei der WM 2023. Die Turniere finden im Frühjahr statt. Bisher ist Frankreich als Gastgeber für die Sommerspiele qualifiziert. Ebenso wie Weltmeister Dänemark. Auch Japan und Argentinien stehen schon als Teilnehmer fest.
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